Alfons Pillach: Larry der Seemann

Larry der Seemann
© Alfons Pillach

In der kleinen Hafenschänke
sitzt der Larry an der Bar,
dort erzählt er seine Schwänke,
wie es so als Seemann war.

Das klingt so: „Auf den Azoren
hatte ich die schönste Frau,
sie hat Treue mir geschworen,
doch die Liebe war sehr mau.

Nach dem Schiffbruch auf dem Floße
und bei stärkstem Wellengang
aß ich hungrig meine Hose,
als sie weg war, fraß ich Tang.

Ich schlief bei den Krokodilen,
hielt die Biester stets auf Trab,
einem biss ich mal beim Spielen
seinen Schwanz zur Hälfte ab.“

Mit den Gästen in der Schänke
trinkt der Larry Schnaps und Bier,
man spendiert ihm die Getränke,
manchmal nachts bis früh um vier.

Gerne hört man Larry prahlen,
und er lässt mit Fantasie
seine Räusche sich bezahlen,
darin ist er ein Genie.

Jeder, der schon Larry hörte,
kriegte davon nie genug,
wenn beschwipst er ihn betörte
mit dem schönsten Lug und Trug.

Alfons Pillach: Jetzt geht es meinem Konto gut

Jetzt geht es meinem Konto gut
© Alfons Pillach

Wie habe ich nach dir geschmachtet!
Weil ich dir großes Kino bot,
habe aufs Geld ich nie geachtet,
mein Konto hatte Atemnot.

Fast jeder Wunsch von dir war teuer,
egal, ob Kleid, ob neuer Hut,
zum Glück erlosch das Liebesfeuer,
jetzt geht es meinem Konto gut.  

Alfons Pillach: Ich fühle mich so juvenil

Ich fühle mich so juvenil
© Alfons Pillach

Ich fühle mich so juvenil,
als ob die Uhr jetzt rückwärts ginge,
als ob ich ohne Ernst und Ziel
noch einmal durch die Jugend swinge.

Es sind wohl die zwei Gläschen Wein,
die mich so angenehm belügen,
doch ist mein Spiegel sehr gemein,
denn er verdirbt mir das Vergnügen.
Er zeigt mir mit Klarheit
die Fakten der Wahrheit.

Alfons Pillach: Gewiefter Osterhase

Gewiefter Osterhase
© Alfons Pillach

Sehr sonnig war das Osterfest,
der Osterhase saß im Nest
und grübelte und meditierte,
weil ihn die Menschheit irritierte.

Er wollte, falls sie ihn denn fänden,
niemals als Hasenbraten enden.
Deshalb war er nie unbedacht,
nahm stets vor Menschen sich in Acht.

Er dachte: ‚Mich erwischt ihr nicht,
ich zeig’ mich nur im Mondenlicht.
Bin viel zu schlau und zu geschickt,
kein Mensch hat jemals mich erblickt.`

Und als in seinem Nest er hockte,
geschah es, dass er frech frohlockte:
„Die Osterhasen aus Schok’lade,
fresst die, um die ist es nicht schade!“

Alfons Pillach: Auf frischer Tat ertappt

Auf frischer Tat ertappt
© Alfons Pillach

Der Osterhase ging mal fremd,
er trug sein schönstes Frühlingshemd.
Er freute sich auf tolle Stunden,
die Augen hatte er verbunden,
weil er beim ersten Rendezvous
gern spielen wollte Blindekuh.

Er wartete an einem Strauch,
bald kam die Hasendame auch.
Er sah ja nix, als diese kam,
die Häsin war sehr einfühlsam;
und sie begann ihn abzuknutschen
und an den Ohren abzulutschen.

Doch plötzlich wurde sie zum Drachen,
so, wie’s betrogne Frauen machen.
Sie riss dem Osterhasen flugs
die Augenbinde ab. Kein Jux!
Und vor ihm stand nun seine Frau
und machte ordentlich Radau.

Ertappt stand er vor seiner Alten,
und die ließ keine Gnade walten.
Stinksauer war sie und verschnupft,
hat arg den Osterhas gerupft.
Sie warf nach ihm mit Ostereiern,
da floh er vor ihr quer durch Bayern.

Alfons Pillach: Als ich noch ein Lausbub war

Als ich noch ein Lausbub war
© Alfons Pillach

Ich hatte eine Eisenbahn,
da war ich noch ein Kind,
ich schob sie mal zu heftig an,
kaputt war sie geschwind.

Bald war die Lok total verbeult,
fast nicht mehr zu erkennen,
Mama hat vor sich hin geheult,
ich sah sie öfter flennen.

Die Lok hab’ ich dann ganz zerlegt,
ich glaub’ in tausend Teile,
mein Vater hat sich aufgeregt,
ich hatte Langeweile.

Ich war sehr destruktiv als Sohn
und manchmal ungezogen,
drum hab’ ich auch noch den Wagon
zum Klumpen Schrott verbogen.

Alfons Pillach: Bei einem Urlaub auf Balkonien

Bei einem Urlaub auf Balkonien
© Alfons Pillach

Ich machte Urlaub auf Balkonien
ganz ohne Urlaubszeremonien.
Ich wollte mal, statt Kofferpacken
bei mir auf dem Balkon absacken.
 
Mal einen Sommer ohne Strand,
mal ohne schweißverklebten Sand.
Ich legte mich auf den Balkon,
durchströmt von einem Glückshormon.
 
Dann träumte ich auf meiner Liege,
dass ich nach Teneriffa fliege.
Mit niemandem wollte ich tauschen,
laut hörte ich die Brandung rauschen.
 
Als ich auf dem Balkon so träumte
und meine Phantasie schön schäumte,
da ließ ein Vöglein auf dem Dach
auf meine Stirne Weiches fallen,
und plötzlich war ich wieder wach.

Alfons Pillach: Am Klimperkasten

© Alfons Pillach

Ich übe täglich am Klavier,
und das schon seit drei Wochen,
ich breche – Leute, glaubet mir! –
fast meine Fingerknochen.

Hab’s schon mit großem Fleiß probiert,
ich möchte es erlernen,
doch sage ich ganz ungeniert:
Ich greif‘ wohl nach den Sternen.

Verwirrend ist die Tastatur,
doch ist es mein Bestreben,
fernab von jeglicher Bravour
die Töne zu beleben.

Ich glaube, ich bin schon zu alt
für diese vielen Tasten,
doch ich versuch’s und quäle halt
mich und den Klimperkasten.

So geb‘ ich mich dem Üben hin,
die Zeit wird’s vielleicht richten,
und falls ich virtuos mal bin,
will ich davon berichten.

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Bernd Laserstein: Humor

Humor

© Bernd Laserstein

Humor ist wenn du trotzdem lachst
und dich mit aller Welt verkrachst
Humor ist Trost in schlechten Zeiten
Wenn Angst und Sorgen auf dir reiten
Humor ist auch das eine Glück,
wenn Du im Sterben, Stück für Stück
die Welt verlässt mit einem Lachen
und Frieden schließt mit all den Sachen

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Stichwörter:
Gedichte, Bernd Laserstein, Humor